Pflasterhaut

Metamorphosen
Heftpflasterstreifen verwoben
ca. 130 x 110 cm, 2006
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Nach Brennesselhemd und Stacheldrahtmantel war es naheliegend, eine "verbundene Haut" - eine "Pflasterhaut" zu weben. Unter all den Heftpflasterpaketen welche mein Ausgangsmaterial bildeten, befand sich eines, dessen Herstellungsdatum schon längere Zeit zurücklag; das Pflaster hatte eine dunklere Färbung angenommen. Wie gehe ich mit dem um, was mir zu-fällt?
So bildete sich aus der ursprünglichen Idee die jetzige Gestalt heraus: die dunkel gefärbten Pflasterstreifen ziehen sich in Kreuzgestalt über die empfindsam-verletzliche Stelle des Herzens.
Dem Motiv " einer verletzlichen Stelle" begegnen wir auch in Mythologien und Sagen; interessanterweise wird sie uns gerade bei den Helden – nahezu unverwundbar – vor Augen geführt: Siegfried, wurde nach seinem Bad im Drachenblut unverwundbar – bis auf jene Stelle auf welche ein Lindenblatt gefallen war. Und Achilleus, von seiner Mutter in das Wasser des Flusses Styx getaucht, um ihn unverwundbar zu machen, hatte seine verletzliche Stelle dort, wo ihre Hand ihn gehalten hatte – seine Achillesferse.

Metamorphosen

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