Wandgestaltung/Refektorium im Geistlichen Zentrum St. Peter

Wandgestaltung RefektoriumWandgestaltung RefektoriumWandgestaltung RefektoriumWandgestaltung Refektorium
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Wandgestaltung Refektorium; Geistliches Zentrum St. Peter
Spiegelflächen sandgestrahlt und raumbezogen bearbeitet ca. 1.60 x 0.85 cm, 2009
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"Das Refektorium (von lat.: refectio, Wiederherstellung, Erholung, Labung) ist der Speisesaal in einem Kloster. Er liegt meist südlich des Kreuzganges und dient oft auch als Versammlungssaal." Wikipedia

Arbeitsgedanken zur Raumgestaltung Refektorium

Bei der Begehung des Refektoriums – mit der Fragestellung der umzugestaltenden Wandflächen – lies ich den Raum auf mich wirken. In der Stille, beim Schauen "mit blankgeputzten Augen" wurde mir deutlich:
die Schönheit und Großzügigkeit dieses Raumes wird für mich von folgenden Gegebenheiten bestimmt:

  • durch die breite Fensterfront fällt im Lauf des Tages wechselndes, die Raumwirkung veränderndes Licht
  • honigfarben glänzt das Holz des blankpolierten, kassettenartig gestalteten Fußbodens
  • zurückhaltend ist die Farbgebung des gesamten Raumes; unbemalte Stuckelemente finden sich an der Decke und über nischenartig unterteilten Wandbereichen

Mir wurde bewusst, dass der neu hinzukommende künstlerische Impuls, sich so organisch in das Bestehende einfügen sollte, dass er bestenfalls - auf den ersten Blick – als nicht neu hinzugekommen wahrgenommen werden würde.

In den Jahreszeiten, sinnbildlich dargestellt als Stuckmotive an der Decke, fand ich das verbindende Element. Vier Spiegel wurden in die Eckbereiche des Saales in die bestehenden Stuckrahmen der Wände passgenau eingefügt. Im oberen Bereich der Spiegel finden sich sandgestrahlt die Jahreszeitenmotive der Decke. Auf Augenhöhe des Betrachters – im unteren Bereich der Spiegelflächen - finden sich Verse aus der Bibel, welche das dargestellte Jahreszeitenmotiv aufgreifen.
Durch ihre Auswahl sollen sie der Nutzung des Raumes als Speise- und Festsaal entgegenkommen.
In der Frühlingsnische findet sich der Vers: "Siehe, der Winter ist vergangen, die Blumen sind hervorgekommen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, die Weinstöcke haben Blüten gewonnen und geben ihren Geruch."
Im Sommer-Spiegel ist zu lesen: "Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne! Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte." Ein Satz aus den Psalmen findet sich über der zweiflügeligen Eingangstüre des Raumes geschrieben: "Aller Augen warten auf Dich Herr". Dieser Tür gegenüber wurde ein fünfter Spiegel in die Wandnische eingefügt – darauf eingraviert die Fortsetzung dieses Verses: "Du tust deine Hand auf und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen". Einer verbindenden, segensreichen Geste gleich, scheint dieses Wort nun den ganzen Raum mit einzuschließen.

www.geistliches-zentrum.org