Schmetterlingsworte

März 2004: St. Josefshaus in Herten
Schule, Wohngruppen, Werkstätten für behinderte Menschen

Für eine Woche war ich zu Gast. Mit Bewohnern des Hauses arbeitete ich in freier Gestaltung mit den Techniken Zeichnung und Collage. Manche dieser Begegnungen waren "jenseits der Sprachebene" angesiedelt; oftmals begleitet, von einer großen Lust sich auszudrücken, Lächeln und Gelächter, Versunkenheit und dem Staunen, was alles ans Licht trat.

Schmetterlingsbegegnung

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In meinen Aufzeichnungen notierte ich:
Vielleicht war es der herannahende Frühling, der viele Schmetterlinge in unterschiedlichster Gestaltung durch die Bilder flattern lies. Eine Bewohnerin malte keinen Schmetterling, den ich hätte erkennen können, den sie aber als solchen benannte. Sie führte die Wachsmalkreiden immer wieder - fast ohne Druck - kreisend, tastend über das Papier.
Ich fragte mich: beinhaltet nicht vielleicht die taumelnde Linienführung, dieses zarte Kreisen noch ganz andere Aspekte des "Schmetterlingswesens", welche eine "biologisch-korrekte Darstellung" nicht erfasst? Verzichtend auf eine schnelle Einordnung und Wertung, mag der Betrachter vielleicht auf der Ebene seiner Empfindung berührt werden und ein "Schmetterlingsgefühl" wahrnehmen.

Augenblicke der Präsenz.
Ausdruckslust.
Zart tastend. Raumgreifend.
Ganz hingegeben.

Augenblicke der Begegnung.
Herzensworte.
Staunen. Gelächter.
Geheimnis in und um uns Menschen.

Augenblicke.

Einen Bericht, der den Raum dieser Begegnungen in Wort und Photographie achtsam widerspiegelt, verdanke ich Herrn Raimund Kagerer.

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