Selbstbild

Wie Dich selbst

Ein bestückter Pflegewagen zeigt sich dem Betrachter. Alles wurde vorbereitet, um einen bettlägerigen Menschen zu waschen. Erst auf den zweiten Blick ist ein verändertes Detail erkennbar: In der wassergefüllten Wasch-Wanne befindet sich ein Spiegel.
Als Endlosband finden sich darauf die Worte:
... Deinen Nächsten wie Dich selbst ... Deinen Nächsten wie Dich selbst ...
(Im Neuen Testament findet sich der Vers: "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.")

Wie Dich selbst

Installation zur Ausstellung "PflegeKunst"; Wandersausstellung seit 2004
Schirmherrschaft: Sozialministerium BW und DRK
Pflegewagen, Waschschüssel mit bedrucktem Spiegel, Wasser, diverse Pflegeutensilien
100 x 69 x 50 cm

Bevor ich Kunst studierte, erlernte ich den Beruf der Krankenpflege. Erfahrungen in Krankenhäusern, der Altenpflege, der Psychosomatik und Psychiatrie.
In der Kranken-Pflege zu arbeiten beinhaltet, dass viele der täglichen Erfahrungen sich in "Grenzbereichen unseres Menschseins" bewegen: Schutzbedürftigkeit, Intimität, Scham, Hilflosigkeit, Hoffnung, Heilungsprozesse, Loslassen, körperliche und mentale Einschränkungen, Schmerzen, Sterben und Tod.

Die Arbeit in diesem Spannungsfeld, verbunden mit engen Zeitvorgaben und einer dünnen Personaldecke führt oft genug an eigene Grenzen – oder auch darüber hinaus. Mein Spiegelbild, welches sich im klaren Wasser der Waschschüssel zeigt, verweist auch auf jene Augenblicke des Innehaltens, in denen ich meine Befindlichkeit wahrnehme, meine Menschlichkeit, meine Ansprüche und Erwartungen: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst ... wie Dich selbst".

Seit 2004 ist die Ausstellung "Pflegekunst" an wechselnden Orten in Europa zu sehen.

siehe auch Pflegekunst Katalog

Sonnenbild

Sonnenbild / Hier sind meine Hände

Frühjahr 2011; Bildungshaus Kloster Obermarchtal
Künstlerische Begleitung von Besinnungstagen
für Religionslehrer/innen und deren Partner/innen

Sonnenbild / Hier sind meine HändeSonnenbild / Hier sind meine HändeSonnenbild / Hier sind meine HändeSonnenbild / Hier sind meine Hände
Sonnenbild / Hier sind meine HändeSonnenbild / Hier sind meine HändeSonnenbild / Hier sind meine HändeSonnenbild / Hier sind meine Hände

Impressionen, Arbeiten von TeilnehmerInnen; Zeichnung, Collage; 40 x 40 cm
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Sonnenbild / Achtsam zu Fuß

Frühjahr 2009; Bildungshaus Kloster Obermarchtal
Künstlerische Begleitung von Besinnungstagen
für Religionslehrer/innen und deren Partner/innen

Sonnenbild / Achtsam zu FußSonnenbild / Achtsam zu FußSonnenbild / Achtsam zu FußSonnenbild / Achtsam zu Fuß
Sonnenbild / Achtsam zu FußSonnenbild / Achtsam zu FußSonnenbild / Achtsam zu FußSonnenbild / Achtsam zu Fuß

Impressionen, Arbeiten von TeilnehmerInnen; Zeichnung, Collage; 40 x 40 cm
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Sonnenbild

Advent 2007; Margarete Ruckmich Haus Freiburg
Vierzehntägiges Kunstprojekt. Die Gruppe der 24 TeilnehmerInnen setzte sich zusammen aus Studierenden, Dozentinnen, Mitarbeiterinnen der Küche, Bewohnerinnen des Hauses.

Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg
Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg Sonnenbild / Margarete Ruckmich Haus Freiburg

Impressionen, Arbeiten von TeilnehmerInnen; Zeichnung, Collage; 40 x 40 cm
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Im April 2008 waren alle Arbeiten im Margarete Ruckmich Haus ausgestellt.
Manche der Werke sind mit Lust an Üppigkeit in Farbe oder Material gestaltet; andere in feiner Nuancierung und Reduzierung. Sprache ist eingefügt oder es finden sich Zeichen und Symbole, um deren Bedeutung nur der weiß, der das "Sonnenbild" gestaltet hat.
Es freute mich sehr, als ich am Ende des Jahres einen Kalender in den Händen hielt, der auf Initiative der Studierenden aus diesem Projekt heraus entstanden ist.

Sonnenbild

Das "Sonnenbild" steht für mein Angebot, in einer achtsamen Atmosphäre, die Lust am eigenen schöpferischen Ausdruck (wieder) zu entdecken. Ich biete an, in der Technik "Collage" (franz. coller - kleben) zu gestalten. Zum einen kann diese Arbeitsweise ohne künstlerische Vorkenntnisse angewandt werden; zugleich fördert sie eine eher spielerische Herangehensweise, so dass die entstehende Arbeit aus der Erfahrungs- und Gefühlsebene schöpft und weniger aus "gutem Willen" entsteht.
Auch bedeutet "Collage" für mich in diesem Zusammenhang:
das Finden des eigenen Bildes darf sich schrittweise, in Schichten vollziehen. Es gibt keinen Fehler in der Gestaltung, sondern Entwicklungsschichten.
Dieser Prozess lässt sich am Material nachverfolgen. Die sinnliche Arbeit mit meinen Händen - das Reißen der Papiere, ihre unterschiedliche Haptik, das Auftragen des Kleisters mit den Fingern – nimmt mich "hautnah" in den Schaffensprozess hinein.
Ausgehend von den Stärken und Fähigkeiten der TeilnehmerInnen entstehen sehr persönliche Arbeiten.
Es ist für mich immer wieder eine Freude, das "ins Licht Treten der Sonnenbilder" zu begleiten.

Schmetterlingsbegegnung

März 2004: St. Josefshaus in Herten
Schule, Wohngruppen, Werkstätten für behinderte Menschen

Für eine Woche war ich zu Gast. Mit Bewohnern des Hauses arbeitete ich in freier Gestaltung mit den Techniken Zeichnung und Collage. Manche dieser Begegnungen waren "jenseits der Sprachebene" angesiedelt; oftmals begleitet, von einer großen Lust sich auszudrücken, Lächeln und Gelächter, Versunkenheit und dem Staunen, was alles ans Licht trat.

Schmetterlingsbegegnung

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In meinen Aufzeichnungen notierte ich:
Vielleicht war es der herannahende Frühling, der viele Schmetterlinge in unterschiedlichster Gestaltung durch die Bilder flattern lies. Eine Bewohnerin malte keinen Schmetterling, den ich hätte erkennen können, den sie aber als solchen benannte. Sie führte die Wachsmalkreiden immer wieder - fast ohne Druck - kreisend, tastend über das Papier.
Ich fragte mich: beinhaltet nicht vielleicht die taumelnde Linienführung, dieses zarte Kreisen noch ganz andere Aspekte des "Schmetterlingswesens", welche eine "biologisch-korrekte Darstellung" nicht erfasst? Verzichtend auf eine schnelle Einordnung und Wertung, mag der Betrachter vielleicht auf der Ebene seiner Empfindung berührt werden und ein "Schmetterlingsgefühl" wahrnehmen.

Augenblicke der Präsenz.
Ausdruckslust.
Zart tastend. Raumgreifend.
Ganz hingegeben.

Augenblicke der Begegnung.
Herzensworte.
Staunen. Gelächter.
Geheimnis in und um uns Menschen.

Augenblicke.

Einen Bericht, der den Raum dieser Begegnungen in Wort und Photographie achtsam widerspiegelt, verdanke ich Herrn Raimund Kagerer.

Presseartikel Begegnungen / Raimund Kagerer öffnen

Siehe in Deine Hände

Siehe in Deine Hände
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2007: St. Josefshaus in Herten
Schule, Wohngruppen, Werkstätten für behinderte Menschen

Eine Woche war ich vor Ort. Es erging die Einladung an Menschen aus dem St. Josefshaus – Mitarbeiter, Bewohner, Gäste - ihre Hände fotokopieren zu lassen.

Über die Handflächen zieht sich in vielfacher Wiederholung
der Satz:

"Siehe, in die Hände bist Du gezeichnet" - in Anlehnung
an ein Wort aus dem Alten Testament ( Jesaja 49/16). An einer Stelle des Textbandes ist der Vorname eingefügt. Die Kostbarkeit jeder Hand wird hervorgehoben durch einen gold- oder silberfarbenen Hintergrund. Die Geste der schalengleich geöffneten Hände erinnert auch an die Haltung eines Bittenden oder Empfangenden. Leere in den Händen.

Ich schaue in meine Hände.

Freude - ich sehe meine Hände und werde angeschaut.
Scheu - sind meine Hände denn auch schön genug?
Staunen - Lebenslinienzeichnung, einzigartig.
Angst - ich lasse los.

Ich schaue in Hände.

Nahe beieinander - und doch so verschieden.
Geöffnet - gelöst, ohne zu Greifen.
Berührt - ich lasse mich berühren.

Ich schaue.

Berührend war es, die 120 Handflächen der Teilnehmenden nahe beieinander für die Abschlussausstellung zu hängen. Nach Beendigung der Ausstellung erhielten alle Teilnehmer ihre Handportraits.

Schmetterlingsbegegnung

Presseartikel Kunstausstellung Häutungen / Raimund Kagerer öffnen

Im Fluss der Zeit

Im Fluss der Zeit
Leere Hüllen von erloschenen Kirchenkerzen / Frankreich, Teppiche 70 x 70 cm mit goldfarbenem Kreuz, Größe raumbezogen / 2008
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Schatz-Inseln.

Aus hellen, kreisförmigen Inseln formt sich ein Weg.
Schatzkartengleich finden sich darauf goldfarbene Kreuze.
Genau hier! Im alltäglichen Raum entdecke ich Kostbarkeiten.

Gegenwärtig.

Diese Schatz-Inseln kann ich betreten. Innehalten für Augenblicke im "Fluss der Zeit".
Ihr Raum ist groß genug um darauf zu stehen oder sich hinzusetzen; sie taugen jedoch nicht, um auf ihnen zu schlafen oder für längere Zeit zu verweilen.

Im Fluss der Zeit.

In einer französischen Kirchengemeinde in der Nähe von Nizza wurden die erloschenen Votivkerzen für mich gesammelt.
Sie bilden einen Fluss, der die kreisförmigen Inseln berührt und gleichsam umspült. Ich habe diese Kerzen gewählt, da sich nach ihrem Erlöschen an der übriggebliebenen, transparenten Plastikhülle eine ganz individuelle Prägung zeigt - ein kleines Mosaikteilchen "Menschengeschichte". Sie zeugen von Menschen, die vor mir gegangen sind, innegehalten und ein Licht entzündet haben.

Leuchtend.

Am gegenwärtigen Ende dieses Flusses finden sich neue Kerzen.
(M)ein Licht entzünden. Es heller werden lassen. Sehen, wohin die Schritte lenken.
Wellengleiche Bewegung: achtsames Innehalten mündet in den Impuls weiterzugehen und zu handeln.

... und der Weg entsteht unter meinen Füßen.