Selbstbild

Zeitzeichnung

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Sammlung von abgewaschenen Seifen; seit 2002
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Die Küche der Großeltern. Vanillegelbe Wandfliesen hinter dem Herd und der Spüle. Eine davon war zu einer Seifenschale ausgeformt; unten ein kleines Loch. Wenn meine Großeltern im Garten gearbeitet hatten, wuschen sie sich danach mit diesem Seifenstück die Hände. Grau-Braun setzte sich Erde in den Rillen der Seife ab. Etwas löst sich auf, verliert sichtbar an Größe – und zugleich kommt etwas hinzu und hat sich eingeprägt. Erste Seifengeschichte.

Mit dem Anwachsen der Sammlung von abgewaschenen Seifen seit 2002 kamen weitere Seifengeschichten hinzu:
"Hier ist das alte Stück "Lesieur-Seife", das ich nach dem Krieg im Saarland (damals unter französischem Governement ) kaufte und welches von der Ölmühle Lesieur hergestellt wurde." F.F
"Kellerschätze" kamen auf diese Weise ins Licht: eine Seife aus der sogenannten "schlechten Zeit" mit Sägemehlspänen; ein Nachbar brachte eine Seife vorbei, welche er beim Einzug in sein Haus vor 47 Jahren im Keller gefunden hatte. Ein Netz mit hauchdünn abgewaschenen Seifenstücken, welche gesammelt wurden um vielleicht einmal damit die Wäsche zu waschen. Ein Herr erzählte, seine Liebe zu Seifen sei durch seine inzwischen verstorbene Frau entstanden. Sie habe Duftseifen geliebt und bei den gemeinsamen Urlauben immer ein Stück mitgebracht; einige davon habe er immer noch. Eine alte Dame, welche in einem herrschaftlichen Haushalt gearbeitet hatte, berichtete von den Töchtern des Hauses; sie hätten ganz zarte und helle Haut gehabt und sich mit Irisseife gewaschen.

Während des Studiums habe ich selbst intensiv gezeichnet.
Später dann: Wo und wie ist etwas von der Zeit gezeichnet? Was macht "Zeit" mit mir, den Dingen?
Beobachten. Wahrnehmen. Lauschen ...
und eine Ebene – jenseits der Sprache – tritt ans Licht.
Von diesen Zeit-Geschichten handeln meine Sammlungen.

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Sammlung von gestopften Stoffen, "abgeschrubbten Küchenspülbürsten", vom Meer angeschwemmten "Nachsaisonschuhen", "heruntergeschriebenen Schulstiften"; seit 2002
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Presseartikel "Seifen und Bürsten für die Kunst" öffnen.

Presseartikel "Alte Seifen dringend gesucht" öffnen.

Weißt Du wie viel

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Blattzählung eines Eichenbaumes; Oktober – Dezember 2001
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Projektort:
Park der Villa Aichele in Lörrach

Projektvorhaben:
Eine mächtige Eiche wächst vor der Villa. Unterhalb des Baumes habe ich mit rot-weißem Band einen Kreis von der Größe der Baumkrone abgesteckt. Täglich harke ich das herabgefallene Laub innerhalb dieses Kreises und zähle die Eichenblätter, bevor ich sie zum Kompost trage. Stellvertretend wird ein Blatt herausgegriffen, mit dem Datum und der Anzahl der an diesem Tag gefallenen Blätter versehen. Notizen von Naturbeobachtungen und Begegnungen begleiten dieses Projekt.

Projektzeit:
Am 22. Oktober (meinem Geburtstag) 2001 werde ich mit der Blattzählung beginnen; meine Aufzeichnungen dann beenden, wenn (fast) kein Blatt mehr am Baum hängt. Ich rechne damit, bis ins Frühjahr 2002 am Zählen zu sein. Aus eigener Beobachtung weiß ich, dass Eichen sehr spät ihre Blätter abwerfen. Tatsächliches Ende: In diesem Jahr hat die Eiche sich ungewöhnlich zeitig ihrer Blätter entledigt; ich beende die Zählung am 31. Dezember 2001.

In Anlehnung an das Kinderlied habe ich den Titel "Weißt Du wie viel" gewählt. Dabei wird deutlich, dass es bei dieser Arbeit nicht um die Ermittlung genauester "Blatt-Werte" gehen wird - oder wie der Physiker Heisenberg feststellte: "Der Vorgang des Aufzeichnens (Messens) verändert die Wirklichkeit."

Auszüge aus den täglichen Notizen:

20. Oktober 2001
Ein älteres Paar mit Hund fragt nach dem, was ich tue. Sie: "...das sind ja Tausende, Millionen von Blättern. Die kann man ja gar nicht zählen!" Im Gespräch erwähne ich, anfänglich überlegt zu haben, den Baum mit Netzen zu umspannen, um eine möglichst genaue Zahl zu erhalten. Diese Genauigkeit scheint den Mann sehr zu faszinieren. "Ja, so hätten Sie das machen müssen!"

23. Oktober 2001 / 9400 Blätter
Ich fange an zu zählen: eins, zwei,… Die Ahnung, auf welches zeitliche und zahlenmäßige Unterfangen ich mich eingelassen habe. Zählender Weise müsste ich ganze Tage verbringen. Einige Blätter sind nur noch in Teilen vorhanden. Ratlosigkeit – von Blätterhaufen umgeben. Ich muss (m)ein Maß finden! Ich kaufe einen gelben Putzeimer und Gummihandschuhe. Hundekot und andere unappetitliche Dinge mischen sich unter die Blätter. Mehrmals zähle ich Blatt für Blatt in den gelben Eimer, fülle diesen bis zur Markierung. Aus Liebe zur italienischen Sprache lege ich als (m)eine Maßeinheit fest: ein "barattolo" (ital.: Dose, Büchse) entspricht 400 Eichenblättern in trockenem Zustand! 38 Eimer zähle ich und 1350 Einzelblätter. Begegnung:
Ganz vertieft in meine Arbeit sitze ich blattzählend auf dem Boden. Bemerke aus den Augenwinkeln, wie sich etwas bewegt – ein Rotkehlchen hüpft in ca. 1,50 m Entfernung vor mir herum. Schwarze Knopfaugen. Ich zähle langsam weiter; trotz meiner Bewegung bleibt es ganz nahe – minutenlang.

31. Oktober 2001 / 1185 Blätter
Wenige Blätter. Zwei Eimer und 385 von Hand auf dem Kiesweg "aufgepickt". Komme mir vor wie ein Huhn; erst recht, als eine Frau nahe an mir vorbeiläuft und ich ihre Beine aus dieser Perspektive sehe. Eine ältere Frau, die mein Tun schon seit einiger Zeit beobachtet, fragt, was ich da machen würde. Auf meine kurze Erklärung erwidert sie nicht unfreundlich, nur mit Bestimmtheit - und wie mir scheint, etwas überlegenem Tonfall in der Stimme: "Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet; ich meine eine produktive Arbeit, an Maschinen und so. " Ihr Blick verliert sich in der Ferne: "Habe Zeitung ausgetragen. Bei Wind und Wetter. War schlecht bezahlt aber eine gute Zeit. Mir hat nichts gefehlt." Gedanken darüber, was wir zu "produktiver Arbeit" zählen. Wer bin ich ohne "produktive Arbeit" und woraus beziehe ich meinen Wert?

6. November 2001 / 7100 Blätter
Harke gegen die Dämmerung an. Die Farben schwinden, auch die Grasstruktur verblasst. Ich harke über eine graubraune Masse; nur die hellen Blattunterseiten heben sich ab. Leichter Nieselregen. Unter den noch dichtbelaubten Ästen spüre ich ihn kaum. Ich tue meine Dinge. Es ist unwichtig, ob ich die Tätigkeit mag oder nicht, sie sinnvoll ist oder nicht. Die letzten Reste der Blatthaufen "harke" ich mit meinen behandschuhten Fingern zusammen. Das Geräusch von Kies, der mit den Blättern in den Eimer fällt.

13. November 2001 / 1400 Blätter
Feuchtigkeit in der Luft. Nässe am Boden. Das feuchte Laub, auf der feuchten Erde liegend, scheint schon fast in diese überzugehen. Das Vermodern, die Verwandlung ist mir hier zum Greifen nahe. Nachdem ich meine Runde geharkt habe, könnte ich von neuem beginnen. Wie willkürlich und ausschnitthaft-begrenzt sind all' meine gedanklichen Festlegungen.

4. Dezember 2001 / 163 225 Blätter
Blätter über Blätter. An einem einzigen Tag hat die Eiche mehr Blätter abgeworfen, als in den vergangenen anderthalb Monaten! Ich fülle Eimer. Ich fülle Säcke. Am Abend werden es 160 "barattoli" sein und 141 "barattoli bagnati"; über fünfzehn gefüllte Säcke und 525 handverlesene Blätter. Die abgesteckte Fläche scheint riesig zu sein. Das Spielerische verschwindet; fühle mich fast ertrinkend in Blättermassen. Eichin ringt mit der Eiche. Amüsement ob solchen Irrsinns scheint in der Luft zu liegen. In kleinen Stücken lege ich unbelaubte Erde frei. Der Boden ist feucht, dunkel, aufgeweicht. Nur wenige Gräser- sie erinnern mich an das Haupt eines Greises, dem die Haare ausfallen; der Schädel, der Tod wird sichtbar. Stunden harke ich, die mir zeitlos erscheinen. Es wird dämmerig. Es wird dunkel. Ich fühle mich alleine. Trage immer wieder die gefüllten Säcke an das andere Ende des Parks, wo ich sie entleere. Das feuchte Laub ist schwer. Ein böiger Wind fährt immer wieder in meine geharkten Blatthaufen. Viele Blätter flattern davon; kann ihnen nur nachschauen und lächeln. Von oben fallen ständig neue Blätter nach. Es ist mir heut nicht möglich, "sauber" zu harken.

8. Dezember 2001 / 7175 Blätter
Gibt es eine Steigerung von "nackt"? Entblößt? So erscheint mir der mächtige Baum. Der anhaltende, böige Wind hat viele Eichenblätter davongeweht - außerhalb der zählbaren Begrenzung. Ich stehe stille, auf die Harke gelehnt – eine große Heiterkeit erfüllt mich. Blattfüßchen trollen sich eiligst davon und bringen mich zum Lachen.

9. Dezember 2001 / 449 Blätter
Sonntagmorgen. Schräg fallen die Sonnenstrahlen durch die Parkbäume. Gefroren hat es. Die Luft ist erfüllt von Feuchtigkeit. Die Blätter haben Eiskristallränder. Kaum werden die zarten Kristallschichten von der Sonne berührt, schon sind sie weggetaut. Fortwährend fallen Blätter zu Boden. "Lautlos und sachte." Mein Inneres scheint nur aus diesem Bild zu bestehen. Beim Erlernen einer fremden Sprache gibt es einzelne Worte, die untrennbar mit einer bestimmten Situation verbunden sind, in welcher sie zum ersten Mal gehört oder wahrhaft begriffen werden. So scheinen sich die Worte "sachte und lautlos" in mir zutiefst mit diesem Licht, dieser Atmosphäre und dem fallenden Eichenlaub zu verbinden.

21. Dezember 2001 / 34 Blätter
Schnee-Zeichnungen, Abdrücke von Hundepfoten, Hundepfötchen, Hunde-Gebuddel, Eichhörnchenpfötchen in Stammnähe, Kinderschuhe, zarte Furchen von darüber gewehten kleinen Zweigen. Im Nord-Osten des Kreisradius ist die Schneedecke nur zart ausgebreitet. Weiße, kleine Schneepigmente wechseln sich mit zart-grünen Halmlinien ab. Es flirrt mir vor Augen.

26. Dezember 2001 / 173 Blätter
Der Schnee ist geschmolzen; wässrige Erde, die in den Rillen meiner Sohlen haften bleibt. Finde mehrere Eicheln, die ihre Wurzeln in die weiche, wässrige Erde getrieben haben. So leise geschehen die kostbaren Dinge.

Wasserlauf

Auszug aus der Liste der Blattzählung
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Presseartikel "Die Achtsamkeit gegenüber der Natur" öffnen.

Wasserlauf

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handgeschöpftes Papier mit Abriebspuren aus der Natur, s-w Fotografien, Sonntagsspaziergang aus Kindertagen an der Wiese,
135 x 22 cm, 1995 / 2001
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Aufgewachsen bin ich in einem Tal, welchem der Fluss "die Wiese" seinen Namen gab; dieser entspringt am Feldberg und mündet bei Basel in den Rhein.
Im Juli 1995 wanderte ich in vier Tagesetappen den Lauf der Wiese entlang:

8. Juli 1995
Feldberg / Wiesenquelle – Fahl – Brandenberg –Todtnau – Utzenfeld – Schönau

9. Juli 1995
Schönau – Wembach – Fröhnd – Mambach – Atzenbach – Zell – Hausen – Fahrnau

10. Juli 1995
Fahrnau – Schopfheim – Langenau / kleine Wiese – Maulburg – Steinen – Brombach – Haagen – Lörrach

11.Juli 1995
Lörrach – Stetten – Riehen – Basel / Rheinmündung

Um nicht dort stehenzubleiben, wo "ich etwas festhalten wollte", lies ich meinen Schrittzähler im Abstand von drei Kilometern (drei Aggregatzustände des Wassers) die Orte bestimmen, an denen
"Fluss-Wahrnehmungen" entstanden:

  • eine Bleistiftzeichnung von den Wasserwirbeln und Strömungsverhältnissen
  • ein schwarz-weiß Foto des Flusses
  • der Abrieb von Pflanzen, Steinen, Erde auf handgeschöpften Papierstreifen

Jeweils einundzwanzig Weg-Notizen sind in Strömungsrichtung des Flusses angeordnet. Sie begleiteten die Wiese in diesen Sommertagen und reihen sich zugleich zu einem eigenen Fluss-Lauf aneinander.
In den Räumen des Unternehmens "EnergieDienst / Rheinfelden" hat die Arbeit "Wasserlauf" ihren Platz gefunden.

Wintervorbereitung

WintervorbereitungWintervorbereitungWintervorbereitung
WintervorbereitungWintervorbereitungWintervorbereitung
Zwölf Kissen aus Plastikfolie, bedruckt mit "Sinnsprüchen", Füllung aus Naturmaterialien (oben: Dinkel, Lärchennadeln, Waldrebe / unten: Bucheckern, Maishaare, Hagebutten) je 44 x 38 cm, September 1997 bis Februar 1998
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In der "guten Stube" der Großeltern war es meist etwas kühler als in den sonstigen Räumen. Sie war besonderen Gelegenheiten vorbehalten und wurde nur zu diesen Anlässen beheizt. In diesem Raum stand eine Couch; darauf drei "Sofakissen mit Kniff". Im Flur zwei Wandteller mit "Sinnsprüchen". Der nahe Kontakt zu meinen Großeltern (1893 u. 1903 geboren), ihre Erfahrungen, die Erzählungen aus ihrem Leben, haben meine Vorstellung von Zeit und persönlicher Geschichte nachhaltig geprägt. Immer wieder erzählten sie von der sogenannten "schlechten Zeit": den Schwierigkeiten, Essen zu beschaffen, den Fahrten aufs Land zu den Bauern um zu betteln oder zu tauschen, dem täglichen Überlebenskampf.

Zwölf Sofakissen entstanden, aus Plastikfolie genäht, mit Sinnsprüchen bedruckt und Naturmaterialien gefüllt: "Vorbereitung für einen langen Winter". Eingebunden in den Rhythmus des Jahres und seines Nahrungsangebots; Zeiten der Fülle und der Einschränkung. Einwecken, trocknen und dörren, einlagern, vakuumisieren, einfrieren. Doch erwecken diese Kissen nur den Anschein von "Sofakissen" und entbehren deren Gemütlichkeit. Wer wollte sich schon mit Bucheckern im Rücken entspannt zurückzulehnen? In ihrem Versuch, etwas "haltbar zu machen" - Sichtbares und Unsichtbares - sind sie angesiedelt "zwischen den Zeiten".

Aus der Rede zur Ausstellungseröffnung im Markgräfler Museum / Müllheim / 1999 Dr. Antje Lechleiter:

"Das Leben im Einklang mit den Jahreszeiten und das Haushalten mit dem, was die Natur zeitweise zur Verfügung stellt, wird in mehreren ausgestellten Serien thematisiert: In dieser Vitrine finden Sie die Arbeit 'Vorbereitung für einen langen Winter'. Hier wurden Plastikkissen mit Naturmaterialien gefüllt; wir finden Bucheckern, Eicheln, Gras, Hagebutten, Herbstlaub, Hortensienblüten, Kastanien, Lärchennadeln, Mais, Maishaare, Rosenblätter und Samen der Waldrebe. Frau Eichin erzählte mir, wie mühsam es teilweise war, die Kissen mit dem Gesammelten voll zu bekommen. Manche Früchte wie die z.B. nicht gerade einfach zu sammelnden Hagebutten schrumpfen beim Trocknen ein und die Künstlerin musste mehrmals losziehen und immer wieder Nachschub besorgen. Da konnte manchmal die Zeit knapp werden, da die Saison der Früchte nicht immer sehr lange dauert. Die Früchte wurden in Plastikkissen verpackt – ein Hinweis darauf, dass wir mit dieser Arbeit nicht in die sogenannte 'gute alte Zeit' zurückversetzt werden sollen… Die Werke versetzen uns weder ganz in die Vergangenheit – noch erleben wir ein eindeutiges Abbild der Gegenwart. Wir sind nicht hier und nicht dort – Motive der Erinnerung und des Alltags überkreuzen sich und eröffnen neue Perspektiven und Denkweisen. In einer früheren Ausstellung wurden die Kissen einzeln auf 12 Stühlen präsentiert. Sie wurden mit dem damals unvermeidlichen Knick in der Mitte versehen und verstärkten so den Aspekt der beschriebenen 'Erinnerungskissen'."

Frühlingstage

FrühlingstageFrühlingstageFrühlingstageFrühlingstage

Vierzehn Plexiglastafeln, handgeschöpftes Papier mit Sprachbildern,
Plastikschläuche mit Naturmaterialien je 25 x 17 cm, 1996
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Intensives Frühlingserleben bildet den Boden in welchem diese vierzehnteilige Arbeit wurzelt. Sprachbilder entstanden aus der Frühlingsüppigkeit heraus und wurden dann immer reduzierter. Die vierzeiligen "Erfahrungs-Konzentrate" sind auf handgeschöpfte Papierblöcke gedruckt.

Frühling –
Wasseramseln wippen am Fluss
Gelb geplusterte Weidenkätzchen
Über noch feuchter Erde

Naseweis –
Buschwindröschen und Brennessel
Aus trockenen Blättern sprießt zartes Grün
Zitternd beim leisesten Windhauch

Wasserrauschen –
Sonnenkringel über bemoosten Steinen
Frühlingssonne die Blinzeln macht
Bleiche Zehen - bis auf den Grund

Plastikschläuche bergen Fundstücke aus der Natur mit ihren innewohnenden Geschichten: Der im Müllcontainer entsorgte Weihnachtsbaum hatte an seiner Spitze frische Triebe ausgebildet; ein Lamettafaden fand sich daran.
Blühende Weiden am Fluss, umsummt von Bienen. Kaum hatte ich mich dieser Fülle und dem gelben Leuchten genähert - schon trug das Wasser die herabgefallenen, braun gewordenen Blütenstände davon.

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