Fremdbild

Fremdbild

„... sind wir am Morgen aufgebrochen, um HÜLLE UND FÜLLE zu erleben…

Der von Dir gewählte Platz für die einzelnen Mäntel konnte nicht besser gewählt sein als so, zwischen den Säulen und zwischen Haupt- und Seitenschiffen, dazu stets vor den Fenstern hängend.

Die Kimono-Grundform empfinde ich in ihrer klaren Einfachheit schon immer sehr anziehend. Mit der jeweiligen Hülle verbunden sind die Mäntel zum Kunstwerk geworden!.

Und zur Überraschung, wie z.B. bei der Hülle aus Pflaster, oder den estnischen Geldscheinen, und dem Schmirgelpapier! Alles ist Dir wie zufällig in die Hände gekommen und hat sich mit dem Reichtum Deiner Kenntnisse und der Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen Leben, Arbeit, Kunst und Herz zu erkennen , miteinander verbunden. Ein Werk von Jahren. Bei dem Mais-Mantel fiel uns beiden sofort “Papageno” ein. Das Nesselhemd als Hirtenschutz . Und der Stacheldraht-Mantel war für mich der Auslöser, unbedingt die Ausstellung erleben zu wollen: den Prozess des Werdens und die Berührung, den Mantel vor dem Licht der Sonne durch die Fenster leicht und licht zu erkennen – : “das war die Ahnung, der Moment hat etwas mit Ostern, mit Auferstehung zu tun”. Danke, Astrid!

Meine beiden Lieblingsstücke sind wohl: “der rote Lebensfaden”, der sich durch das farbenfrohe Gewebe zieht, und die “1000 Kraniche”! Einfach wunderschön beide Mäntel! Und tief wirksam. -

Auffallend und berührend war für mich zu sehen, dass das Herz bei Dir in Allem erscheint, hervorgehoben und oft golden.“ M.N.

„... bin neugierig ins Internet gestiegen und habe einiges gefunden, was ich kenne, mich sehr anspricht: "... Wieder zu entdecken, was wir längst besitzen" ...“das Wesen hinter Haut und Rinde". Alles das in mir sagt JA und freut sich: Du bist so nah am Leben.“ G.J. B.

"Jemand, der das fallende Herbstlaub zählt und gebrauchte Seifen sammelt muss "abgehoben" haben. So pragmatisch, verantwortungsbewusst und begeisterungsfähig, wie ich Dich erlebt habe, hast Du aber zweifelsfrei beide Beine auf dem Boden. Eine seltene und phantastische Mischung. Ein Glücksmoment, dass ich Dir begegnet bin." Dagmar

"Gestern lud mich ein Bekannter ein, mit ihm die Klosterbibliothek in St. Peter zu besuchen ... dann blieb ich vor dem Stacheldrahthemd stehen. Mein Begleiter las: ‚hab keine Angst' und sagte: verstehe ich nicht ganz. Oh doch, sagte ich, verstehe ich ganz gut, hat mit Glauben zu tun – hörte ich mich sagen, während mein Blick noch immer auf den einzelnen Spitzen des Stacheldrahtes lag. Die Erinnerung ging zurück in die 50ziger Jahre, wo ich einige Jahre über, Stacheldraht-Haspeln (mit ca. 300 mtr.Länge) an Weideinspektionen im Schwarzwald und im Wiesental lieferte. Sämtliche Jungviehweiden wurden damals mit zwei Stacheldrähten versehen, die mit verzinkten Krampen an den Eichen- oder Fohren-Pfosten festgenagelt wurden. Spontan dachte ich: eine mühsame Arbeit, die sich Frau Eichin hier aufgeladen hat; die manche Schramme hinterließ und manches Pflaster für die zerrissenen Finger forderte ... Ich bewundere Ihre Vielseitigkeit, Ihren Mut und Ihre besondere Gabe Ihre Ideen und Visionen in die Tat umzusetzen, trotz schmerzender Spitzen des Stacheldrahtes z.B. – die Begegnung mit Ihnen tat mir gut!" F.S.

"Deine Homepage ist wunderschön geworden! Man kann ja richtig auf Suche und Entdeckungsreise gehen, und daher passt sie zu Dir und Deiner Kunst ... Das Pflasterhemd, die Glückshaut, das "7 Schwäne Hemd" – alles märchenhaft heilsam ... Habe zwei Rasierseifenstücke von 1914 von einem Nennonkel, der nicht mehr lebt und überlege schon so lange, wo deren Ort wäre; bei Dir wäre einer!" N.A.

"Zwei Monate sind seit Deiner Vernissage vergangen. Deine Exponate sind mir auch diesmal nahe gegangen, haben berührt. Das Betrachten Deiner Werke ist für mich, wie in einer einsamen, stillen, vergessenen Kapelle zu sitzen und aus den Herzen heraus den Stimmen des Universums zu lauschen. Wieder entstand dadurch eine große Nähe und Zuneigung zum Mysterium Leben und zugleich, ob dem großen Glück darüber eine tiefe Trauer, ob den dadurch sichtbaren Verletzungen ..." H.A.

"Nicht wenige Besucher, die die beiden Kunstwerke ("Stacheldrahthemd" und "Glückshaut") betrachten, interpretieren das Gesehene ähnlich: das Stacheldrahthemd beschreibe ungeschminkt die menschliche Wirklichkeit, wie sie sich oft zeige: einengend, beängstigend und voller Schmerz. Verblüffend aber, dass das zweite Kunstwerk nicht als Fluchtversuch aus eben dieser Wirklichkeit verstanden wurde, ganz im Gegenteil: "Wie ich die Wirklichkeit erfahre", so kommentiert eine Besucherin, "hängt ganz entscheidend davon ab, woraufhin sich meine Aufmerksamkeit richtet. Ob ich Glück empfinde, das ist oft eine Frage der Wahrnehmung. Vielleicht können nur sensible Menschen wirkliches Glück empfinden." Stacheldrahthemd und Glückshaut: auf der einen Seite die Realität, so wie sie vorgegeben ist, auf der anderen Seite, nicht weit daneben, wiederum die Realität, ebenfalls vorgegeben, aber so, dass die Qualität der Empfindung ganz elementar von der Art und Weise meiner eigenen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit mitgeprägt und mitbestimmt wird. Diese Polarität, von der Künstlerin so eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht, beschreibt auf eine sehr zutreffende Weise die Lebensrealität vieler suchender Menschen ..." Dr. A. Zahlauer

"Bewegtheit in der Zeit: vor allem die Collagen und Zeichnungen beweisen einen souveränen Umgang mit den künstlerischen Gestaltungsmitteln der Choreografie, der sinnhaften Bewegung ... bei den Collagen und Zeichnungen findet sich das Interesse an Zeit und Zeitvergehen. Die Künstlerin verwischt in der Regel nicht die Konturen des Werdens – wie das etwa bei einem zusammenfließenden Aquarell der Fall wäre. Sie schichtet bewusst, lässt Transparenzen stehen und arbeitet so an einem Nacheinander, das im Betrachter mehr oder weniger zum Miteinander wird ... Das Spiel dieser Kunst funktioniert, es ist ein Geben und Nehmen, es regt uns an, wieder zu entdecken, was wir alles längst besitzen ..." R. Kagerer

"Unser Zeitalter der Mikrofasern und Kunststoffe ist in den sehr konzeptionell ausgearbeiteten Werken von Astrid J. Eichin präsent ... Die Werke der Künstlerin versetzen uns weder ganz in die Vergangenheit, noch erleben wir ein eindeutiges Abbild der Gegenwart. Wir sind nicht hier und nicht dort, Motive der Erinnerung und des Alltags überkreuzen sich und eröffnen neue Perspektiven und Denkweisen ... Mir gefällt an den Werken von A. J. Eichin die Konsequenz, mit der sie essentielle Dinge unserer Umwelt und der Natur unter künstlerischen Gesichtspunkten reflektiert, Teilaspekte ins Visier fasst und in verschiedenen Zusammenhängen erprobt." Dr. A. Lechleiter

"Astrid J. Eichin arbeitet in ihrem künstlerischen Schaffen oft Dualitäten heraus: Dauerhaftes und Vergängliches, geplantes und Zufälliges, Natürliches und Synthetisches, Starres und Formbares. Häufig arbeitet sie in Serie, versucht das Wesentliche zu umkreisen, zum Kern vorzudringen, eine Suche, die nie abgeschlossen sein kann." G. Hauger

"Deine beiden Objekte in Museum Müllheim haben mich bewegt, weite Assoziationsfelder geweckt. Grauen, Leiden – und doch das Herz bewegt; voller Zu-Neigung, zu dem was ist und war. So bin ich zutiefst dankbar und verneige mich vor deiner schöpferischen Kraft und wünsche dir von Herzen Vertrauen – jetzt wo vielleicht wieder Neues werden will – wo der Kokon das Ungerichtete werden lässt, irgendwann weiterführt und "Es" Flügel bekommt." H.A.

"Der Herbst ist für Astrid J. Eichin eine bedeutungsvolle Jahreszeit, weil in dieser Zeitspanne vieles zusammenkommt: das letzte Aufblühen und Aufleuchten der Farben, aber auch die berührende Schönheit der kahlen, entlaubten Bäume, der Prozess der Wandlung, des sich Auflösens, der Vergänglichkeit. Dieser natürliche Prozess wird von Eichin mit wachen Sinnen nachgezeichnet… Bei allem Ernsthaften und Tiefsinnigen, das in dieser feinfühligen Annäherung an die Geheimnisse der Natur liegt, ist der Künstlerin auch eine humorvolle Herangehensweise wichtig." R. Frey