Schutzmantel-Projekt

Wer beteiligt sich am großen Schutzmantel-Projekt?
500 Mitwirkende gesucht

Lörrach. Mit einem Schutzmantel-Projekt setzt die Künstlerin Astrid J. Eichin ein Zeichen in der aktuellen Corona-Krise. Sie arbeitet an einem übergroßen Schutzmantel, der ein Gefühl von Geborgenheit ausstrahlen wird. Für ihr Gemeinschaftswerk sucht die Künstlerin 500 Mitwirkende.

Schon seit Jahrhunderten spielt das Motiv des Schutzmantels in der europäischen Kulturgeschichte eine wichtige Rolle. Bereits im Mittelalter gab es sogenannte Schutzmantelmadonnen – Darstellungen von Maria, unter deren Mantel Gläubige Geborgenheit fanden. Vorehelich geborene Kinder machte die Mantel-Kindschaft legitim, wenn die Mutter sie bei ihrer Trauung unter ihren Mantel nahm. Bei der sog. Mantelflucht erhielt ein Verfolgter Gnade, wenn er unter den Mantel einer hochgestellten Persönlichkeit flüchtete. In Krisenzeiten erhielt das Schutzmantel-Motiv besondere Bedeutung. Astrid J. Eichin ist zwar schon länger dabei, dieses Kunstprojekt vorzubereiten. Doch die derzeitige Verunsicherung vieler Menschen gibt nun für sie den Anstoß, ihr Projekt umzusetzen.

Der Mantel wird ein Gemeinschaftswerk mit etwa 500 Mitwirkenden. Er besteht aus rund 1000 individuellen schützenden Händen, die aneinandergenäht werden. Jede und jeder Mitwirkende stickt ein kleines Stück des Mantels, ausgehend vom eigenen Händepaar.

Schutzmantel-Projekt

Stickerinnen und Sticker sind frei, wie sie ihre Hände für den Schutzmantel gestalten.
Hier ein Beispiel.

Der fertige Schutzmantel wird dann eine Höhe von über 3 Metern erreichen. Er entfaltet nicht nur seine Wirkung beim Betrachten, man kann sich auch in ihn hineinlegen und spüren, welche Wirkung die vielen gestickten Hände dabei entfalten.

Derzeit sollen wir alle Abstand voneinander halten und versuchen doch, miteinander verbunden zu sein. Eichins Schutzmantelprojekt bietet dazu schon in der Entstehungsphase eine besondere Möglichkeit. Wer ein Händepaar stickt, tut dies für sich in der eigenen Wohnung und doch im Bewusstsein, zu einem großen gemeinsamen Projekt beizutragen. Dass wir Menschen schutzbedürftig sind, machen gerade Zeiten der Krise immer wieder besonders bewusst. Und dass wir gemeinsam handelnd auch Schutz schaffen können, ist vielleicht auch eine nachhaltige Lehre aus dieser Krise.

Info

Wer sich am Projekt beteiligen möchte und bereit ist, ein Händepaar zu sticken, findet
hier weitere Informationen. Die Künstlerin steht bei Rückfragen gerne zur Verfügung:
Tel 07621 / 591224
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Augenmantel „I see“ entstand 2017 ebenfalls als Gemeinschaftswerk mit Flüchtlingen.

Mehr zu Hülle und Fülle > I see

Seite zurück